Saturn ist der zweite gesellschaftliche Planet. Wie Jupiter konfrontiert auch
er uns mit der Zugehörigkeit zu einem größeren Ganzen, in das wir uns ein-
fügen und in dem wir unseren Platz, unsere Bestimmung, finden müssen.
Doch im Gegensatz zu Jupiter, der vor allem für Erweiterung und Expansion
und für Unterstützung und Förderung durch andere steht, symbolisiert Sa-
turn die Grenzen und Einschränkungen, die uns als soziales Wesen von der
Gesellschaft, den Eltern und anderen Autoritätspersonen auferlegt werden.
Saturn symbolisiert die Normen und Werte der Gesellschaft, aber auch die
Rechte und Pflichten, die wir und andere innerhalb dieser Gesellschaft ha-
ben.
So lernen wir schon früh, dass wir nicht alles tun und nicht alles haben
können, was wir wollen. Wir lernen aus Rücksichtnahme auf andere unsere
spontanen Impulse und Antriebe zu zügeln und zu beherrschen und lernen,
dass wir nicht ungestraft die Rechte unserer Mitmenschen verletzen kön-
nen. 
Und wir lernen auch, dass Anforderungen an uns gestellt werden (z.B. in
der Schule und später im Beruf), die wir erfüllen müssen, um im Leben und
in der Gesellschaft bestehen zu können und Erfolg zu haben.
So symbolisiert Saturn das einschränkende und hemmende Prinzip, die
Materie,  Dunkelheit und Tod im Gegensatz zum Licht und zum Leben des
Geistes und der Seele. 
So ist er der große Gegenspieler von Sonne und Mond, was vor allem darin
zum Ausdruck kommt, dass wir als ewiges, unvergängliches und strahlen-
des Geistwesen in die dunkle materielle Welt hineingeboren werden, durch
die wir mit Vergänglichkeit, Tod, Leid, Krankheit, Einsamkeit und Schmer-
zen konfrontiert werden.
So symbolisiert Saturn auch das Kreuz der Materie, das auf unserer Seele
lastet und an die wir durch unseren physischen Körper gebunden sind. 
Saturn bzw. die Materie ist aber auch das formgebende und bewußtseinsbil-
dende Prinzip. Denn indem wir für die Zeit der Inkarnation in einen physi-
schen Körper von der Allverbundenheit der geistigen Welt getrennt sind,
wird es uns ermöglicht, uns als eigenständiges, getrenntes und unabhän-
giges Wesen zu erfahren und dadurch uns unserer selbst bewußt zu werden
und ein Ich-Bewußtsein zu entwickeln.
Denn nur durch die Dualität, durch die Erfahrung der Gegensätze, die Er-
kenntnis von Gut und Böse, Licht und Dunkel, ist Entwicklung und Bewußt-
werdung möglich.
So fördert Saturn auch unsere Verstandeskräfte, das rationale und kausale
Denken und unsere Urteilsfähigkeit.  
So ist Saturn gemeinsam mit der Sonne auch der Planet der Individuation. 
Er verleiht uns die Fähigkeit, unsere unreflektierten, spontanen Lebens-
antriebe mittels unseres Bewußtseins, unserer Geisteskräfte, zu diszipli-
nieren und zu beherrschen und durch Reflexion und Besinnung uns selbst
zu erkennen.
Dazu verhilft uns auch die Einschränkung unseres Bewusstseins auf Ver-
gangenheit, Gegenwart und Zukunft, wodurch wir die  Möglichkeit haben,
Ursache und Wirkung unseres Handelns zu erfahren und uns unserer Ei-
genverantwortung bewußt zu werden. Oft ist dies allerdings nur durch    
Leid und schmerzvolle Erfahrungen möglich.
So steht Saturn auch für Schicksal und Karma, für das Gesetz von Saat und
Ernte, unter dem wir solange zu leiden haben, solange wir nicht gelernt ha-
ben, unser Handeln, unseren freien Willen, mit den universellen Schöpf-
ungsgesetzen in Einklang zu bringen.
Denn Saturn steht als grenzsetzendes Prinzip nicht nur für die Normen und
Werte der Gesellschaft, sondern ganz allgemein für Recht, Ordnung und
Gesetz. So steht er auch für die sogenannte höhere Gerechtigkeit, für den
göttlichen Plan und die kosmische Ordnung, gegen die wir nicht ungestraft
verstoßen dürfen.
Deshalb ist Saturn im Horoskop ein Indikator für unser Karma, für unsere
Schattenseiten, unsere Mängel und Belastungen, an denen wir in diesem
Leben „arbeiten“ müssen, um uns weiterzuentwickeln und zu vervollkom-
mnen.
So weist ein ungünstig bestrahlter Saturn oft auf ein schweres Schicksal,
das sich meist in Form von strengen, lieblosen Eltern und einer leidvollen
Kindheit manifestiert.  Manchmal wählt eine Seele aber auch freiwillig ein
schwieriges Schicksal, um sich schneller weiterzuentwickeln. Denn es sind
gerade unsere Mängel und Schwächen, die sich, haben wir sie erst einmal
gemeistert, zu unseren größten Stärken werden.
 
So ist Saturn auch der „Hüter der Schwelle“, der darüber wacht, dass wir
die irdische Realität gemeistert und uns selbst so weit geläutert und vervoll-
kommnet haben, dass wir uns nun - ausgestattet mit der nötigen Charakter-
stärke und dem nötigen Verantwortungsbewußtsein  - gefahrlos in die
höheren Bereiche jenseits von Saturn begeben können.
So lastet Saturn zwar einerseits als „Herr dieser Welt“ und als „Herr des
Karmas“ oft allzuschwer auf unserer Seele, auf der anderen Seite jedoch ist
es gerade er, der unsere Seele durch Leid und Läuterung, durch Bewußt-
werdung und Desillusionierung, von der Bindung an die Materie und ihre
vergänglichen Freuden und Genüsse befreit und uns für höhere
Wirklichkeiten und Seinsebenen öffnet.
So schränkt Saturn zwar einerseits unser Bewußtsein auf die materielle
Welt, auf die sichtbare "Realität“, ein und bewirkt dann unter Umständen
Engstirnigkeit, Starrsinn, Dogmatismus, Zweifel, Pessimismus, Sinn- und
Hoffnungslosigkeit.
Auf höherer Ebene steht er jedoch für Lösung und Abkehr von der
irdischen Welt, für Konzentration auf das Wesentliche, für Meditation,
Askese und innere Einkehr und auf der höchsten Ebene für Erleuchtung
und Meisterschaft.  
So entspricht Saturn nicht nur das schwere, dunkle Blei, sondern er
symbolisiert auch den reinen, strahlenden „Diamanten“ und den „Stein    
der Weisen“. 
Deshalb steht Saturn und sein Zeichen, der Steinbock, nicht nur für Ver-
gänglichkeit, Leid und Tod, sondern auch für die  Wiedergeburt oder  
besser gesagt die Neugeburt im Geiste. 
Nicht umsonst wird gerade in der dunkelsten Zeit des Jahres, nämlich zur
Wintersonnenwende, die Geburt des Lichts - nämlich die Geburt des Chris-
tuskindes, des göttlichen Kindes (als Symbol des göttlichen Selbst in uns) - 
gefeiert.
Saturn verleiht bei positiver Aspektierung im Horoskop folgende
Eigenschaften/ Fähigkeiten:
  -  Pflichtbewußtsein und Verantwortungsgefühl
  -  ist ernsthaft und verlässlich, bescheiden und selbstlos  
 -  richtet sein Leben nach moralischen und ethischen
     Grundsätzen aus
  -  besitzt Charakterstärke und Integrität
  -  verleiht Willenskraft und Selbstbeherrschung
  -  gute Konzentrationsfähigkeit
  - tiefgründiges und eigenständiges Denken
 -  Streben nach Wahrhaftigkeit
 -  besitzt Fleiß, Ausdauer und Selbstdisziplin
Eine negativ bestrahlter Saturn im Horoskop hingegen weist oft - je nach
Aspektierung und Zeichenstellung -  auf folgende Eigenschaften und
 Probleme :
  -  Ängste und Hemmungen
  -  Trauer, Einsamkeit, Depressionen
  - Gefühlskälte, dadurch ev. hart und lieblos
      sowohl gegen sich selbst als auch zu anderen
   - verschlossenes, eigenbrötlerisches Wesen
   - Dogmatismus, Starrsinn, Engstirnigkeit
   - Neigung zu übermäßiger Kritik und zu Vorurteilen
  -  pessimistische und/oder materialistische Lebenseinstellung
  -  Härte, Strenge, Unnachgiebigkeit
  - „Prinzipienreiter“ und „Moralapostel“
(Textauszug aus “Planetenkombinationen”)
SATURN:  Verantwortungsbewußtsein, Pflichtgefühl
                   Konzentration, Vertiefung, Begrenzung
                   Gesetz, Ordnung, Gewissen
                  „Hüter der Schwelle“,  „Schatten“
                   Zeit, Vergänglichkeit, Tod und Wiedergeburt
                   Schicksal, Karma 
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